Domiziel - Projekt Arbeiten & Wohnen

Auszeichnungen und Preise

Baden-Württembergischer
Landesdenkmalpreis 2006

Objekt: Lazarus-von-Schwendi-Str. 9 in 79235 Vogtsburg-Burkheim

Bauzeit 17. Jahrhundert. Preisträger: Angela und Dieter Hahn

Einfacher kann eine Behausung kaum sein. In der Vorstadt des kleinen Kaiserstuhlstädtchens Burkheim direkt unterhalb der Burgruine gelegen, ist das Häuschen ein Dokument für die bescheidenen Wohnverhältnisse, mit denen sich arme Leute bis vor wenigen Jahrzehnten zufrieden geben mussten. Das Grundstück, auf drei Seiten von Nachbargebäuden umgeben, misst gerade einmal 39 Quadratmeter. Vom kargen Leben einer Taglöhnerfamilie erzählen der Kleintierstall im Haus und die zwei kleinen Räume im Erdgeschoss. Der zweigeteilte, von Rauch geschwärzte Dachraum, wurde vom Tageslicht kaum erhellt.

Die genaue Untersuchung der Bausubstanz lieferte zusammen mit dendrochronologischen Bestimmungen das Bild einer komplexen Baugeschichte, die im Kellerbereich bis ins Mittelalter zurückreicht. Errichtet wurde das Haus, so wie es heute dasteht, im späten 17. Jahrhundert. Später nahm nahezu jede Generation Änderungen vor, so etwa als um 1900 die Traufe des Daches höher gelegt wurde, um mehr Lagerfläche zu schaffen.

2004 befand sich das seit längerem leer stehende Haus in einem erbärmlichen Zustand. Der Abbruch schien nur eine Frage der Zeit. Für das freie Grundstück gab es durchaus Interessenten, nur die Einstufung als Kulturdenkmal und der Kontext der historischen Burkheimer Altstadt gewährte dem Objekt einen Aufschub. Die Rettung kam, als Dieter und Angela Hahn beschlossen, den Niedergang abzuwenden. Noch vor Unterzeichnung des Kaufvertrags nahmen sie erste Sicherungsmaßnahmen vor.

Parallel zur genauen Bauuntersuchung entwickelte das Ehepaar Hahn zusammen mit der Architektin Petra Habammer ein tragfähiges Konzept zur Sanierung, die trotz der Enge der Baustelle mit viel Eigenleistung 2005 in nur wenigen Monaten realisiert werden konnte. Da das Haus als Ferienhaus genutzt wird, konnten die originale Einteilung und die Bausubstanz weitgehend erhalten werden, obwohl es sich dabei nur um einfachste Materialien und Konstruktionsweisen handelt, die üblicherweise dem Bagger zum Opfer fallen. So bleiben Geschichte und Lebensverhältnisse auch in Zukunft nachvollziehbar. Heutige Bedürfnisse blieben indes keineswegs außen vor. Durch geschickte Lichtlenkung dringt mehr Tageslicht in die Räume. Eine moderne Kücheneinrichtung sowie ein Bad im Obergeschoss sorgen für zeitgemäßen Komfort. Eine Besonderheit ist das Fenster im Bad. Um die Dachfläche von Gauben freizuhalten wurde stattdessen der Kniestock auf der Straßenseite verglast.

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Angela und Dieter Hahn wurden am Samstag für die Sanierung des Taglöhnerhauses in Burkheim mit dem Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Mit ihnen freuten sich Projektleiter Willi Sutter (Zweiter von rechts), Fritz Eberhard Griesinger, Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbunds (links), und Regierungspräsident Sven von Ungern-Sternberg, Vorsitzender des Landesvereins Badische Heimat. Quelle: Badische Zeitung, 5. März 2007

 

Deutscher Preis für Denkmalschutz 2006

Der Deutsche Preis für Denkmalschutz wird jährlich vergeben und ist die höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet in der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde 1977 vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz gestiftet, um Persönlichkeiten und Personengruppen auszuzeichnen, die sich in beispielhafter Weise für die Erhaltung des baulichen und archäologischen Erbes eingesetzt haben. Er gilt ferner auch für Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen, die in herausragenden Beiträgen auf die Probleme des Denkmalschutzes aufmerksam gemacht haben.
Willi Sutter hat für Domiziel - Projekt Arbeit und Wohnen den Deutschen Denkmalpreis in 2006 verliehen bekommen.

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Presse zur Preisverleihung

 

Baden-Württembergischer
Landesdenkmalpreis 2005

Einst Klosterherberge, dtann Kurhaus und später Hotel-Pension - die Geschichte der "Goldenen Krone" in St. Märgen ist eng verbunden mit der touristischen Entwicklung des Schwarzwaldes. 1757 entschloss sich Abt Peter Glunk, zur Verpflegung und Versorgung der zahlreichen Wallfahrer eine Kloster-Gastwirtschaft zu bauen. Im großzügig gebauten Neuen Haus wohnten auch Menschen, die beim Kloster arbeiteten. Daneben logierten in der viel besuchten Herberge des Klosters weltliche und geistliche Besucher. Der Aufenthalt hochgestellter Herrschaften im Jahr 1860 markiert denn auch den Beginn des Tourismus im Schwarzwald und den Wandel von der Klosterherberge und Pilgerheim zum Gasthof und späteren Grandhotel.
Das heutige, wieder hergestellte, Erscheinungsbild geht auf eine Erweiterung und die neue Einrichtung von 1902 zurück. Reich verzierte Erker und Dachaufbauten, glasierte Ziegel und eine prunkvolle Fassade mit Zierfachwerk und verspielten Fenstereinfassungen repräsentieren den Stil der Jahrhundertwende. Die "Goldene Krone" wurde zum führenden Grandhotel des Schwarzwaldes mit damals luxuriösen Bädern, prachtvollem Lesezimmer und einem eleganten Jugendstilsaal. Die berühmten Philosophen Martin Heidegger und Edmund Husserl und seine Schülerin Edith Stein waren häufige und gern gesehene Gäste. Aber auch Karl May und Konrad Adenauer finden sich in den Gästebüchern.
Der Niedergang begann in den 1960er Jahren. Fehlende Investitionen und billige Umbauten verschandelten das Haus. Als das Hotel dann letztendlich über mehrere Jahre leer stand, schien der Verfall unaufhaltsam. Doch der neu gegründete Förderkreis Lebendiges Dorf kaufte 2003 das Haus. Elf Privatpersonen schlossen sich zur Goldenen Krone GbR zusammen und setzten sich für die Rettung des wertvollen Baudenkmals ein. Mit hohem ehrenamtlichem Engagement ist es gelungen, das traditionsträchtige Haus wieder zu beleben. Im Erdgeschoss ist heute wieder ein Café eingerichtet und der Jugendstilsaal ist für Veranstaltungen aller Art instand gesetzt. In den Obergeschossen sind in die historischen Raumfolgen mehrere Wohnungen eingebaut.

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Presse zur Preisverleihung




Werkbund-Label 2006

Domiziel - Projekt Arbeit und Wohnen wurde mit dem Werkbund-Label 2006 ausgezeichnet.
Der Vorstand des Deutschen Werkbund Baden-Württemberg zeichnete neun Projekte aus dem Land aus. Die breite Auswahl ging von außergewöhnlichen Produkten, Strukturkonzepten und Bauinitiativen mit Bürgerbeteiligung über vorbildliche Projekte und Konzepte zum Thema Energie, Ressourcen und Ökologie bis hin zu Netzwerkprojekten und innovativen Lernkonzepten. Vorrausetzung war dabei nicht, dass ein Projekt bereits abgeschlossen war, sondern die Projekte und Initiativen konnten noch im Zustand der Idee und des Entstehens sein.

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