Höllental

Gasthaus Rainhof

Beschreibung der Baumaßnahme

Das Gasthaus Rainhof steht seit über zehn Jahren leer und verfällt. Das Gasthaus stellt mit der gegenüberliegenden Scheune eine Sachgesamtheit dar. Die im Tal befindliche Mühle mit Leibgeding gehört wohl ursprünglich auch zu dieser Sachgesamtheit. Weitere Nebengebäude gingen verloren oder wurden abgerissen.

Gasthaus und Scheune sind an der alten Reisestraße durch das Höllental angesiedelt. Durchreisende fanden hier Unterkunft und die Tiere die entsprechende Verpflegung. Das Gasthaus wurde in massiver Bauweise aus Bruchsteinen errichtet. Wahrscheinlich ist die Verwendung des alten keltischen Rains (Tarodunum), da dieser aus Lageplänen nach der Baumaßnahme verschwand, vorher jedoch noch verzeichnet war. Auch der Name Rainhof lässt hierauf schließen.

Das Gasthaus wie auch die Scheune stellen stattliche Bauten, die aufwendig und sehr massiv gebaute Dachstühle aufweisen, dar. Hier wurde nicht mit Holz gespart, was auf den Reichtum der Betreiber schließen lässt. Über die Jahrhunderte hat dieser Reichtum nicht angehalten, was zu einem Verfall der Gebäude geführt hat. Wassereintritt hat zu Schimmelbildung, feuchten Decken und nicht zuletzt zu Schädlingsbefall geführt. Der Rainhof hat starken und aktiven Holzbockbefall, was nur durch eine Erhitzung des Holzes in den Griff zu bekommen ist.

Gerade der Leerstand hat jedoch andererseits zu einem Erhalt vieler historischer Bauteile beigetragen, die jetzt saniert werden können. Im Gasthaus selbst wurde bei der Planung darauf geachtet die historische Aufteilung beizubehalten und in die Planung zu integrieren. Der jüngere Anbau im hinteren Teil des Gebäudes wird erhalten und für die zukünftige Erschließung genutzt. Dadurch kann das Gebäude barrierefrei hergestellt werden. Im Rainhof selbst wird zwar keine Gastronomie mehr betrieben, aber ein kommunikatives Konzept für alte Menschen, die selbstbestimmt und gemeinschaftlich in diesem Kulturdenkmal leben können, eingerichtet.

Das Konzept achtet dabei die Identität des Bauwerks und verbindet neue Techniken mit historischer Substanz. Aus dem Rainhof wird ein KW 40 Haus, das mit regenerativer Energie beheizt wird und ein kleines Fernwärmenetz mit der Scheune darstellt.

Titisee-Neustadt, den 14.01.2008